Wir verlieren unsere Arbeit an Maschinen. Jeremy Rifkin

„Ich sitze an der Front“

Der Berliner Imam Abdul Adhim Kamouss ist seit seinem Auftritt bei Günther Jauch deutschlandweit berühmt. Mit Clemens Lukitsch spricht er jetzt erstmals und exklusiv über seine Erfahrungen in der Sendung, seine Haltung zum radikalen Islam und zum deutschen Grundgesetz.

Clemens Lukitsch traf den Berliner Imam Abdul Adhim Kamouss zu einem Gespräch in der Bilal Moschee in Berlin-Wedding. Der Prediger, der seit seinem Auftritt bei Günther Jauch deutschlandweit Bekanntheit erlangt hat, hielt dort einen Vortrag und leitete anschließend das gemeinsame Abendgebet. Kamouss ist ein charismatischer Mann. Der verabredete Gesprächsbeginn verzögerte sich leicht, weil Gläubige sich nach dem Vortrag um den Imam sammelten, ihn um Rat fragten und Dinge des Alltags besprechen wollten. Man konnte an den Gesichtern der Menschen ablesen, wie viel ihnen das bedeutete. Kamouss ist in seiner Gemeinde eine Respektsperson und ein viel geachteter Ansprechpartner bei Alt und Jung. Wie kränkend wohl die vergangenen zwei Wochen Berichterstattung, nicht nur für Kamouss, sondern auch für die Mitglieder seiner Gemeinde gewesen sein müssen?

The European: Herr Kamouss, Sie sind seit drei Wochen deutschlandweit bekannt. Bei Günther Jauch hat man Sie als Salafist vorgestellt. War das so mit Ihnen besprochen?
Kamouss: Nein, ich war wohl etwas leichtsinnig. Ich dachte, die Sendung wird davon handeln, was „unsere Muslime“ denken und dass man meine Einschätzung zu dem Thema hören möchte.

The European: Wie ist man denn von Seiten der ARD-Redaktion an Sie herangetreten?
Kamouss: Der Chefredakteur vereinbarte einen Termin mit mir und traf sich, um die Inhalte zu besprechen: Islamischer Staat, Radikalisierung in Deutschland, Scharia-Polizei, Rückkehrer aus Syrien. Ich war mit der Themenauswahl einverstanden und wollte in der Sendung schildern, wie wir aus muslimischer Perspektive diese Phänomene sehen und erleben. Ich hätte einige wertvolle Thesen dazu gehabt, warum so viele junge Menschen sich vom IS verführen lassen. Ich sitze an der Front und sehe und bekomme tagtäglich Dinge mit, die der deutschen Öffentlichkeit verborgen bleiben.

The European: Wie genau entstand dann dieses Missverständnis?
Kamouss: Zu meiner Überraschung war ich nicht als Gesprächspartner sondern vielmehr als Sündenbock eingeladen worden, der als Teil des Radikalisierung-Problems wahrgenommen wurde.

The European: Stellen wir uns eine Skala vor: Auf Stufe 1 ist der nichtpraktizierende Muslim und der Salafist auf Stufe 10. Wo würden Sie sich selbst einordnen?
Kamouss: Ich würde mich da einordnen, wo es gemäßigt ist.

The European: Also in der Mitte?
Kamouss: Ja, nicht übertreiben aber auch nicht untertreiben. Ich will keiner sein, der die Vielfältigkeit verneint und Schwarz-Weiß denkt. Keiner, der unsere Texte, unsere Scharia oberflächlich interpretiert. Ich möchte mich nicht als Salafist bezeichnen, weil dieser Begriff – völlig zu Unrecht, wie ich finde – vom Verfassungsschutz mit einer stark negativen Bedeutung belastet wurde. Der Begriff ist uralt und stammt aus dem neunten Jahrhundert. In der öffentlichen Wahrnehmung ist ein Salafist jemand, der sich ausschließt, der denkt, nur er wäre auf dem richtigen Pfad und alle anderen nicht, jemand der Integration und andere Denkweisen strikt ablehnt. All diese Dinge verabscheue ich und deshalb distanziere ich mich auch von der gesellschaftlichen Perzeption dieses Begriffs. Hinzu kommt, dass ich es nicht gutheißen kann, wenn Muslime sich in Gruppen aufspalten. Der Islam soll uns allen als Gemeinschaftsbasis reichen.

„Irgendwann wird man uns alle unsere Begriffe weggenommen haben“

Kamouss Foto 1

The European: Davon sind ja viele islamische Begriffe betroffen. Ich habe mir erklären lassen, dass zum Beispiel „Dschihad“ für die tägliche Überwindung steht. Sozusagen ein Pendant zu unserer Redewendung „den inneren Schweinehund überwinden“.
Kamouss: Auch, aber nicht nur. Dschihad ist auch der Kampf. Ein Ideal, das eigene Land und die Religion vor Angriffen des Feindes zu schützen. Derjenige Soldat, der den aufrichtigen Dschihad führt, folgt den Geboten seiner Religion. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, auch unter modernen Staaten, sich im Falle eines Angriffs zu verteidigen. Dass der Begriff mit Terror und Unrecht verbunden wird, finde ich tragisch. Demnächst wird das Wort „Scharia“ auch missbraucht werden…

The European: Ist das nicht schon längst passiert? Man denke an die Scharia-Polizei aus Wuppertal.
Kamouss: Das stimmt. Ich denke aber auch an Begriffe wie Islamismus. Irgendwann wird man uns alle unsere Begriffe weggenommen haben, bis nichts mehr übrig bleibt. Das ist schrecklich.

The European: Sie sagten ja, Sie seien ein Mann der Mitte. Wie ist denn Ihr Eindruck von den Muslimen, die in Berlin leben. Wo ist die Community einzuordnen?
Kamouss: Das ist schwer zu beurteilen. Woran macht man das fest? In Berlin leben knapp 300.000 Muslime. Ich gehe davon aus, dass die meisten Muslime einen gewissen Glaubens-Standard haben. Dieser Standard lautet: Die Liebe zu Allah, die Liebe zum Koran, zum Propheten und zu der Scharia, zu den Geboten des Islams. Jeder Muslim ehrt und liebt diese Dinge und identifiziert sich damit. Auch wenn er nicht praktiziert.

The European: Ein hoher Standard im Vergleich zu Nicht-Muslimen.
Kamouss: Wenn Sie die Muslime in Berlin mit den Christen hier und den Kirchengemeinden vergleichen, dann haben wir natürlich einen verhältnismäßig hohen Standard. Gucken Sie sich das Freitagsgebet an: alle Moscheen sind knallvoll. Das ist ein Zeichen dafür, dass diese Religion lebendig ist.

The European: Sie sind Marokkaner. Sind die Menschen in Ihrer Heimat, einem mehrheitlich muslimischen Land, gläubiger als Ihre Glaubensgeschwister in der europäischen Diaspora?
Kamouss: Ich bin leider nur einmal im Jahr in meiner Heimat. Aber ich kann sagen, dass die Religion dort natürlich eine Selbstverständlichkeit ist. Die Menschen sind automatisch konservativer, ohne darüber nachzudenken. Das ist nicht nur ein rein religiöses Phänomen, sondern hat auch kulturelle Aspekte. Sie können das zum Beispiel an Dingen wie Schamhaftigkeit ablesen. Die Menschen ticken dort etwas anders. Wenn man den Vergleich ziehen möchte, würde ich sagen, dass die Muslime in Deutschland ihren Glauben bewusster praktizieren. In meiner Heimat sind die Muslime vor allem aus kulturellen Gründen sehr eng mit der Religion verbunden; das könnte man als Nachteil sehen, wenn man nur beten geht, weil es die Familie, die Gemeinschaft auch tut, und nicht aus einem tieferen religiösen Bewusstsein heraus.

„Am Integrationsprozess beteiligen ohne Religion zu verlieren“

The European: Sie meinen, das liegt daran, weil die Muslime hier in Deutschland ständig mit Andersartigkeit konfrontiert sind?
Kamouss: Sie leben in dieser freien Welt und sehen täglich den Unterschied. Sie können machen was sie wollen, aber sie entscheiden sich bewusst und aus Liebe zu Allah dazu, zu ihrer Religion zurückzukehren. Dafür ist ihr Lohn im Vergleich zu den Muslimen in den islamischen Ländern größer.

The European: Sie leben seit 17 Jahren in Deutschland. Hatten Sie je Angst, Ihre Identität zu verlieren? Glauben Sie, es gibt diese Angst unter den Menschen die in der Diaspora leben?
Kamouss: Ja. Diese Sorge haben vor allem Eltern, islamische Denker und Gelehrte; Menschen, die die Dinge von oben betrachten. Sie sehen die große Gefahr, dass durch die Assimilation in der Gesellschaft unsere Werte und unsere Identität verloren gehen. Wir wollen uns aktiv an dem Integrationsprozess beteiligen und wir sind für ein friedliches Miteinander, aber nicht auf Kosten unserer Identität und nicht auf Kosten unserer Religion. Das muss bewahrt werden.

The European: Wie denken Sie über die Idee eines „Euro-Islam“, so wie er unter anderem von Tariq Ramadan – wenngleich er den Begriff auch ablehnt – gedacht wird?
Kamouss: Ich halte nichts davon. Soweit es von Tariq Ramadan kommt, denke ich zuerst einmal nur Gutes. Wenn er damit einen offeneren Islam meint, wo die Gebote und Fragestellungen der Religion auf unsere Zeit und unsere Lebensumstände projiziert werden und dass man bestimmte Fatwas, die dazu passen, promotet, dann habe ich Verständnis. Bauchschmerzen bereitet mir allerdings der Gedanke, dass unser Glaube ausgehöhlt werden soll: Behaltet nur das Äußere, ihr dürft in euren Moscheen beten und euren Ramadan fasten, aber in allen anderen Bereichen des Lebens, da hat Islam nichts zu suchen.

The European: Wenn wir schon bei dem Thema „liberaler Islam“ sind und den Blick auf Deutschland wagen, fallen mir sofort zwei Namen ein: Lamya Kaddor und Mouhanad Khorchide. Das sind beide Muslime, die zum Teil von der eigenen Community und deutschen Muslimen schärfer angegriffen werden, als ein Thilo Sarrazin oder Henryk M. Broder es jemals wurde. Ist die Angst vor Veränderung im Inneren größer, als die vor Angriffen von außen?
Kamouss: Extreme Meinungen gibt es auf allen Seiten. Meine islamische Erziehung gebietet es mir, mich mit Urteilen nicht zu beeilen. Wenn Dinge, die ich nicht gutheiße, von einem Muslim kommen, dann suche ich nach Gründen, die ihn entschuldigen und wenn ich keine Gründe finde, dann weiß ich, dass Allah die Gründe kennt. Khorchide ist deutscher Islamwissenschaftler und er beschäftigt sich mit den Dingen aus einer anderen Perspektive. Das ist nicht die klassische Theologie, die wir in unseren Ländern lernen. Es ist eine kritischere, eine freiere Perspektive. Aber ich meine „frei“ hier in einem negativen Sinn. Über Schwester Lamya Kaddor kann ich nicht viel sagen, weil ich ihre Arbeit nicht kenne.

The European: Was kann denn an Freiheit negativ sein?
Kamouss: Manchen Muslimen, wenn sie den Mut eines solchen Freidenkers sehen, Aussagen zu treffen, die gegen den Konsens der Gelehrten sprechen, bleibt nichts anderes übrig, als das abzulehnen. Wir müssen aber zwischen einer Aussage und dem Menschen, der diese Aussage trifft, sorgfältig unterscheiden. Ich bin dagegen, diese Menschen persönlich anzugreifen, wenngleich ich ihre Aussagen auch ablehne.

„Der Islam ist nicht so verkrampft, wie viele denken“

The European: Aber woher kommt die Angst vor den Thesen dieser Freidenker?
Kamouss: In der islamischen Welt gab es immer Freidenker. Aber die Angst ist unbegründet, denn der Islam wird von Großgelehrten geschützt. Der Islam ist nicht so verkrampft, wie viele denken. Sondern er ist offen für Neuigkeiten. Wichtig ist, welche Methoden und welche Werkzeuge man in einem Diskurs benutzt. Niemand hat ein Problem damit, wenn eine These aufgestellt wird.

The European: Offenbar schon, denn diese Leute werden für ihre Thesen als „Abtrünnige“, „Ungläubige“, „Schlangen“ oder „Heuchler“ bezeichnet.
Kamouss: Im 12. Jahrhundert gab es islamische Philosophen, die sich mit ungewöhnlichen Theorien in theologische Diskurse einbrachten. Auch sie wurden von den damaligen Gelehrten angefeindet. Es gab aber auch solche Gelehrte, die sie geachtet haben, für die Dinge, die mit denen sie Recht hatten. Und dort, wo sie sich geirrt haben, beziehungsweise wo man ihre Thesen nicht belegen konnte: Nun ja, es sind auch nur Menschen. Irren ist menschlich.

The European: Interessant wird es dann beim Thema Religionsunterricht. Wer darf die Kinder unterrichten? Sehen Sie es hier immer noch so gelassen?
Kamouss: Wenn es um die Praxis geht, kann ich die Sorge und Skepsis der muslimischen Eltern natürlich sehr gut verstehen. Wenn wir nur sehen, wie Politiker über den Islam denken. Diese Politiker entscheiden dann über den islamischen Religionsunterricht in den Schulen. Auf der theoretischen Ebene bin ich so offen. Aber wenn die Freidenker die Einzigen sind, die der Staat bei der Gestaltung des Unterrichts berücksichtig, dann muss ich dazu eine klare Stellung einnehmen. Ich werde dafür plädieren, sich davon loszusagen.

The European: Der Islam gehört zu Deutschland und wird auch in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Kunst und Kultur haben sich immer mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten einer Zeit befasst. Wie gehen wir damit um, wenn religiöse Heiligtümer Inhalt einer künstlerischen Auseinandersetzung werden und es in weiterer Folge zu einem Eklat kommt?
Kamouss: Wir müssen es erdulden. Wir müssen damit leben können.

The European: Versteht man denn auf Seiten der Muslime, dass es den Menschen hier ein Bedürfnis ist, sich zum Teil kritisch und auch parodierend mit religiösen Autoritäten zu beschäftigen? Werden wir Ihrer Meinung nach einen Zustand erreichen, wo nicht gleich die Hütte brennt, wenn ein Karikaturist auf die Idee kommt, den Propheten zu zeichnen?
Kamouss: Ich denke, das Abbilden des Propheten oder Gottes reicht nicht aus, um einen Skandal zu provozieren. Es geht immer auch um Beleidigung und Hetze gegen eine bestimmte Gruppe. Wenn Heiligtümer beleidigt werden, dann empfinde ich das nicht mehr als Freiheit. Es stört den Frieden in einer Gesellschaft und wo bleibt dabei das Miteinander und der gegenseitige Respekt? Wir sind nicht gegen Kunst, solange unsere Heiligtümer nicht beleidigt werden.

The European: Kunst darf also nicht alles?
Kamouss: Solange es der Kunst dient, scheint alles erlaubt zu sein. Man darf nicht Nein sagen, in dieser freien Gesellschaft. Aber wir sagen Ihnen: Nein, die Freiheit des Einzelnen hört da auf, wo die Freiheit des Anderen anfängt. Und trotzdem müssen wir immer zivilisiert handeln, egal wie beleidigt wir sind.

„Muslim zu sein heißt, Hingabe und Unterwerfung“

Kamouss Foto 2

The European: Wer bestimmt was beleidigend ist?
Kamouss: Der gesunde Menschenverstand. Wenn zum Beispiel der Prophet Mohammed mit einer Bombe auf dem Kopf gezeichnet wird, dann ist das beleidigend.

The European: Ein gutes Beispiel. Wenn Sie mich fragen, dann hat diese Zeichnung zwei mögliche Lesarten: Einerseits so wie Sie das sehen und andererseits so, dass Religion Zündstoff ist. Ist das nicht auch eine legitime Betrachtungsweise?
Kamouss: Die Religion ist kein Zündstoff, sondern manche Religionszugehörige.

The European: Aber was ist Religion ohne Menschen? Ist hier eine Trennung überhaupt möglich?
Kamouss: Die Menschen projizieren ihre Religion auf den Alltag. Ein falsches Verständnis von Religion hat diese „Bombe“ zum Explodieren gebracht, nicht die Religion an sich.

The European: Der iranische Religionswissenschaftler Reza Aslan hat kürzlich in einem Fernsehinterview gesagt, der Islam sei weder friedlich noch gewalttätig. Es sind die Menschen, die entweder friedlich oder gewalttätig sind. Würden Sie dem zustimmen?
Kamouss: Nein, im Koran heißt es: „Allah ruft euch zum Frieden und oh die ihr glaubt, tretet in Frieden ein.“ Die Religion ist friedlich. Aber manche Gruppen machen aus den mehrdeutigen Texten fehlerhafte Ableitungen, die zu Gewalt und Krieg führen.

The European: Letztens sagte ein Muslim während einer Diskussion zu mir, seine Religion sei über menschliches Urteil erhaben. Worauf ich entgegnete, man könne doch auch innerhalb einer Religion seine Meinung ändern. Dann musste ich an Ihren Fernsehauftritt denken. Sie haben auch Ihre Meinung geändert. Das ist doch ein Zeichen dafür, dass nicht alles immer nur eine Auslegung hat. Die Vielfalt der Möglichkeiten. Das, was Sie damals über Frauen gesagt haben, hatten Sie ja nicht frei erfunden. Diese Interpretation existiert. Aber es ist Ihre freie Entscheidung, ob Sie sie vertreten oder nicht, ob Sie dem Islam ein freundliches oder ein strenges Gesicht verleihen.
Kamouss: Ich würde sagen, sie haben beide Recht. Alles was Allah und der Prophet uns gesagt haben, ist erhaben. Wir gucken von unten nach oben. Ein Muslim zu sein heißt, Hingabe und Unterwerfung, auch wenn etwas gegen meinen Sinn ist. Die Aussagen der Gelehrten sind kein Beweis. Man sucht vielmehr nach Beweisen für ihre Aussagen. Als ich gesagt habe, die Frau darf nicht ohne die Erlaubnis des Mannes das Haus verlassen, berief ich mich auf Interpretation, die es bei vielen Gelehrten gibt. Meine Entwicklung besteht darin, dass ich nicht fanatisch an gewissen Gelehrten hänge, sondern sorgfältig die Quellen prüfe. Und in diesem speziellen Fall habe ich nichts gefunden. Weder im Koran noch in der Sunna steht, dass die Frau den Mann fragen muss, ob sie das Haus verlassen kann.

The European: Was genau muss denn die Frau im Islam nun mit dem Mann absprechen?
Kamouss: Dinge, die auch ihn betreffen. Zum Beispiel, wenn sie fastet. Der Mann kann ja sexuelle Bedürfnisse haben, dass er mit ihr am Tag schlafen will. Wenn sie fastet, dann darf er nicht. Also muss sie ihn vorher fragen.

The European: Aber während des Ramadan fasten doch beide?
Kamouss: Es gibt auch freiwilliges Fasten außerhalb des Ramadans. Erst wenn der Mann es erlaubt, darf sie fasten. Warum? Weil das sein Recht ist! Das ist Teil des Ehevertrags.

The European: Darf sie ihm auch das Fasten verbieten, wenn sie Sex will?
Kamouss: Er sollte es in Betracht ziehen, wenn er fasten möchte, dass die Frau in dieser Hinsicht nicht benachteiligt wird.

The European: Was meinen Muslime damit, wenn sie sagen, Mann und Frau sind vor Gott gleich, haben aber unterschiedliche Rollen?
Kamouss: Der Prophet sagt: Die Frauen sind den Männern gleich. Auf menschlicher Ebene sind sie gleichberichtigt, aber in den religiösen Geboten gibt es Unterschiede.

„Muslime haben das Grundgesetz zu achten“

The European: Eine der häufigsten Fragen, die sich viele Muslime stellen müssen ist: Wie halten sie es mit dem Grundgesetz? Haben Sie schon einmal das Grundgesetz gelesen? Glauben Sie, das Grundgesetzt ist eine Art Ersatzbibel für die Deutschen?
Kamouss: Genau so sehe ich das: es ist eine Ersatzbibel. Man darf aber nicht vergessen, dass sich das Grundgesetzt aus den Lehren der Thora, des Evangeliums und des Korans herleitet.

The European: Im Islam gibt es die Vertragstreue, die Sie an die hier geltenden Gesetze bindet. Diese zu brechen, käme einer Sünde gleich.
Kamouss: Exakt. Und viele Nicht-Muslime verstehen das nicht. Als Muslim lebe ich die Scharia in meinem Alltag und trotzdem respektiere ich das Grundgesetz. Es garantiert mir ja auch meine Religionsfreiheit. Wir leben unter dem Deckmantel dieses Paragraphen und es stößt sich für mich deshalb auch gar nicht mit meiner Lebensweise.

The European: Eigentlich wollen wir ja von Ihnen hören, dass Sie es auch verinnerlichen. Verstehen Sie es auch? Können Sie sich damit identifizieren?
Kamouss: Wie gesagt, die Muslime haben genauso wie die Mehrheitsgesellschaft das Grundgesetz beziehungsweise die Gesetzgebung des jeweiligen Landes zu achten und zu respektieren. Gleichzeitig lebt man als Muslim die Gebote des Islams im Alltag, ohne dabei gegen das Grundgesetz zu verstoßen.

The European: Haben sie von dem „Happy British Muslims“-Video gehört, das vor einiger Zeit für Furore sorgte? Es zeigt junge Muslime, Männer und Frauen, die ausgelassen zu Pharell Williams Superhit „Happy“ tanzen. Es gibt auch eine deutsche Version. Wie empfinden Sie das?
Kamouss: Ich habe gemischte Gefühle. Sie müssen berücksichtigen, ich bin Imam und meine Aussagen kommen immer aus der Religion. Ich habe eine Verantwortung meiner Religion und den Gläubigen gegenüber. Die Idee an sich finde ich gut. Glück und Lebensfreude zu zeigen, ist eine schöne Sache. Vor allem, wenn man damit andere Menschen anstecken kann. Wenn es allerdings von Muslimen kommt, fände ich es schön, die Botschaft in dezenter Form und im islamischen Mantel zu präsentieren.

„Wir brauchen keine Scharia- beziehungsweise Sitten-Polizei“

Kamouss Foto 3

The European: Ich nenne Ihnen zwei Dinge, von denen ich glaube, dass Sie sie als problematisch empfinden: tanzende Frauen und westliche Musik.
Kamouss: Es sind freie junge Männer und Frauen, die ja im Westen geboren und aufgewachsen sind. Sie identifizieren sich mit dieser Musik und diesem Stil. Deshalb ist die erste Frage für mich hinfällig. Was die tanzenden muslimischen Frauen betrifft, so ist das in dieser Weise natürlich nicht erlaubt. Die Frau darf laut dem Islam nicht ihre Reize in der Öffentlichkeit zeigen.

The European: Ich persönlich fand die Botschaft dieses Videos sehr schön.
Kamouss: Ich finde, wenn Jugendliche das machen, dann sollte man darüber hinwegsehen. Der Glaube soll kein Zwang sein. Wir brauchen keine Scharia- beziehungsweise Sitten-Polizei. Ich setze da viel lieber auf Aufklärung und Dialog. Lass die Gesellschaft auf deine Aufklärung reagieren. Wenn man gut im Aufklären ist, wird man ein gutes Feedback bekommen. Die Idee hinter dem Video ist wunderschön. Es zeigt: wir sind lebensfroh. Aber es muss gleichzeitig der islamische Rahmen gewahrt bleiben.

The European: Wenn wir den Dialog zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in Deutschland betrachten, was läuft Ihrer Meinung nach schief?
Kamouss: Der interreligiöse Dialog auf Länderebene entwickelt sich gut. Der Dialog mit manchen konservativen Politikern und gewissen Medien findet leider nicht auf Augenhöhe statt. Die Ignoranz ist unerträglich. Sie blicken auf uns herab und sind voller Vorurteile und verstopft mit Islamophobie. Sie nehmen uns als Gesprächspartner nicht ernst.

The European: Geht die Problematik in Ihren Augen dabei am stärksten von den Medien oder von der deutschen Politik aus?
Kamouss: Kritikwürdig sind meiner Ansicht nach mehr die Medien. Gerade war ich in der Friedrich-Ebert-Stiftung bei einem Vortrag über den Islam mit anschließender Podiumsdiskussion. Das war eine sachliche Veranstaltung, auf hohem Niveau. Jeder wurde gehört, jeder konnte sein Statement einbringen – vorbildlich!

The European: Ein Lichtblick?
Kamouss: Leider bekommen die wenigsten Menschen davon etwas mit. Gemäßigte Gruppen, wie Millî Görüş, die Gülen-Bewegung und die Muslimbruderschaft werden nie zu Projekten eingeladen, weil sie vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Diese Berührungsängste und die Verkrampftheit der Behörden bringen uns im Dialog nicht voran.

The European: Haben Sie Verbesserungsvorschläge?
Kamouss: Ich wünsche mir mehr Mut. Die Politik muss sich öffnen und Kompromissbereitschaft zeigen. Meistens sprechen sie mit dem Zentralrat, das sind aber auch nur Leute, die politische Statements abgeben.

The European: Fühlen Sie sich denn in Ihren Interessen von Leuten wie dem Vorsitzenden des Zentralrats, Aiman Mazyek, vertreten?
Kamouss: Ich würde sagen, ich akzeptiere ihn und die Organisation. Zufrieden bin ich nicht. An Stelle des Zentralrats, wenn es um Muslime geht, würde ich wie eine Mutter zu ihren Kindern sein. Egal ob sie extreme oder gemäßigte Standpunkte vertreten, liberal oder praktizierend sind, es bleiben meine Kinder. Wenn Mazyek sich zum Beispiel von so genannten Salafisten immer nur distanziert, verfehlt er, meines Erachtens, seine Aufgabe. Er sollte im öffentlichen Diskurs eine breitere Brust zeigen.

The European: Die meisten muslimischen Verbände haben panische Angst vor Leuten, denen man nachsagt, dem salafistischen Milieu nahezustehen. Fast alle Moscheen in Deutschland wollen mit Salafisten in der Regel nichts zu tun haben, aus Angst, man könnte ins Visier des Verfassungsschutzes geraten.
Kamouss: Das kann ich verstehen. An Stelle der Moscheen und Gemeinden würde ich auch nach strengen Kriterien prüfen, mit wem ich zusammenarbeite. Aber der Verfassungsschutz und die Medien sind kein Maßstab, wenn es darum geht, ob eine Person der salafistischen Szene zugeordnet wird oder nicht.

The European: Aiman Mazyek und Sie verbindet allerdings die Auffassung, dass nur die Moscheen und die Gemeinden die nötigen Werkzeuge haben, dem Radikalisierungs-Problem junger Muslime entgegenzuwirken. Der Zentralrat fordert daher finanzielle und politische Unterstützung vom Staat.
Kamouss: Da hat er Recht.

„Ich habe mich an der Kundgebung gegen Antisemitismus beteiligt“

The European: Müssen die Muslime in Deutschland etwas anders machen? Wenn ja, was genau?
Kamouss: Ja, müssen sie. Wir brauchen viel Aufklärung innerhalb und außerhalb der Community. Die Prediger und Imame müssen sich weiterentwickeln, sie müssen ihren Horizont erweitern.

The European: Können Sie ein Projekt nennen, mit dem sich diese Aufklärung konkret machen lässt?
Kamouss: Ich habe mich an der deutschlandweiten Kundgebung zum Freitagsgebet gegen Antisemitismus und Antiislamismus beteiligt. Das war ein sehr positives Signal, finde ich. Davon brauchen wir mehr. Im Winter planen wir ein Charity-Event, bei dem wir in Berlin Lebensmittel und Bekleidung an Obdachlose spenden wollen. Wir müssen ganz aktiv mit den Menschen in Dialog treten.

The European: Wie wächst man zusammen? Für viele stellt sich die Frage, wie ein harmonisches Zusammen und nicht ein Nebeneinander genau funktionieren soll. Die Auffassungen von Freizeitgestaltung sind zum Teil nicht miteinander vereinbar. Wie sehen Ihrer Meinung nach die Plattformen aus, auf denen man sich begegnen kann?
Kamouss: Wir müssen gegenseitiges Verständnis zeigen. Jeder Muslim oder Nicht-Muslim muss Kompromisse eingehen, ohne dabei gegen die eigenen Grundprinzipien zu verstoßen. Das ist ein äußerst heikles und sensibles Thema, das man im Rahmen eines islamisch-theologischen Diskurses genau wird untersuchen müssen. Es wird zum Beispiel noch zu erörtern sein, inwieweit ein Muslim Kompromisse eingehen kann, wenn er an einem Tisch sitzt, an dem Alkohol serviert und getrunken wird. Die Beantwortung dieser Frage sprengt den Rahmen eines Interviews.

The European: Meiner Erfahrung nach fällt es vielen gläubigen Muslimen schwer, sich außerhalb einer Halal-Umgebung – zum Beispiel an Orten wo Alkohol getrunken und getanzt wird – zu bewegen. Wenn Sie das tun, dann nur äußerst ungern und meist auch nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Muslime argumentieren dann oft, der Verzicht des Ungläubigen oder des Nicht-Muslim auf Alkoholkonsum wäre eher zumutbar, als die vermeidliche Verletzung ihres religiösen Verhaltenskodexes.
Kamouss: Sie haben Ihre Bedürfnisse und wir unsere. Das sind die Berührungen, die wir untereinander haben. Was ist gefragt? Verständnis und Annäherung nach möglichen Schritten. Derjenige, der wirklich willig ist, ein gutes Miteinander zu erlangen, wird Kompromisse eingehen. Von beiden Seiten. Wir müssen kompromissbereit sein, gleichzeitig müssen die gegenseitigen Grenzen respektiert werden. Wenn etwas eindeutig verboten ist, darf der andere gar nicht fordern, dass er das bricht oder verletzt. Wenn es aber kein eindeutiges Gebot ist oder darüber eine theologische Meinungsverschiedenheit existiert, hat man mehr Spielraum.

The European: Klingt kompliziert.
Kamouss: Das ist es auch. Mir fällt ein Beispiel aus der malikitischen Rechtsschule ein. In einer Stelle der Koranexgese von Sheik Ibn Achour heißt es, wenn die Eltern keine Muslime sind und sagen: „Hol mir meinen Alkohol.“ Dann gehört es zur Güte, dass man den Alkohol auch bringt. Warum? Kein Muslim zu sein oder Allah zu verleugnen ist ja eine größere Sünde, als Alkohol zu trinken. Man guckt auf den Alkohol und vergisst, dass die betroffene Person gar nicht an Allah und den Koran glaubt.

The European: Ihr Wort in Gottes Ohr.
Kamouss: Im Zusammenkommen von Muslimen und Nicht-Muslimen wird es viele Meinungsverschiedenheiten geben und jeder soll seine Rechte und seine Grenzen einhalten. Was da passiert, zählt nicht so sehr. Viel wichtiger ist, was unter den Muslimen passiert. Wenn sie untereinander Alkohol trinken, verstoßen sie gegen die Gebote und begehen damit eine große Sünde.

The European: Ihrer Ansicht nach bedarf es also auch unter den Muslimen an viel Aufklärung, was das Zusammenleben in Deutschland betrifft?
Kamouss: Ja. Mit welchem Recht will ein Muslim einem Juden, Christen oder Atheisten verbieten, Alkohol zu trinken? Die haben ihre eigenen Regeln. Aber auch das wird noch für viel Gesprächsstoff sorgen.

„IS ist eine irregehende, verdorbene Sekte, die nur Schaden für die muslimische Gesellschaft und die Welt bringt“

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The European: Was denkt Ihre Gemeinde über IS, den Islamischen Staat. Sprechen Sie oft über das Thema?
Kamouss: Wir führen sehr oft Gespräche innerhalb der Gemeinde. Der Redebedarf bei den Menschen ist groß. Alle Gelehrten haben ein Rechtsurteil, eine Fatwa, zum IS veröffentlicht: Es ist eine irregehende, verdorbene Sekte, die nur Schaden für die muslimische Gesellschaft und die Welt bringt. Aber bei den Jugendlichen gibt es zum Teil Sympathien. Sie sehen IS als Freiheitskämpfer. Diesen Kindern, diesen Jugendlichen müssen wir uns widmen und ihnen erklären, warum es falsch ist, den IS zu unterstützen. Aber alleine können wir den Kampf gegen die Radikalisierung nicht gewinnen. Der IS weiß genau, wie er die Jugendlichen erreicht.

The European: Unmittelbar bevor der IS die Schlagzeilen dominierte, war der Nah-Ost-Konflikt wochenlang an erster Stelle der Berichterstattung. Glauben Sie, viele junge Muslime sind nach dem letzten Krieg zwischen Israel und den Palästinensern erst recht bereit, den IS zu unterstützen?
Kmaouss: Das wollte ich auch in der Jauch-Sendung sagen. Ich wollte die Radikalisierungsursachen aus der muslimischen Perspektive benennen. Ich wollte auch Selbstkritik üben. Eine sehr einseitige Einstellung der deutschen Regierung und der Medien gegenüber dem Nah-Ost-Konflikt haben dazu beigetragen. Auch im Falle Ägyptens, wo gegen eine demokratisch gewählte Regierung geputscht wurde, und der Westen diese Ungerechtigkeit begrüßt hat.

The European: Die deutschen Medien wurden dafür kritisiert, dass sie zum Teil zu israelkritisch seien. Den Muslimen in Deutschland waren sie sicher mehrheitlich nicht israelkritisch genug. Wie kommt es zu dieser kognitiven Dissonanz?
Kmaouss: Die deutschen Medien sollen israelkritisch gewesen sein? Den Eindruck hatte ich nicht. Vielleicht gab es vereinzelte Stimmen, die Kritik geübt haben.

The European: Die sozialen Netzwerke waren neben legitimer Israelkritik voll mit Hetze, die zum Teil die Stimmung auf den Straßen weiter verschärft hat. Die Axel Springer-Kampagne gegen Antisemitismus war kein Zufall und ganz gezielt an die muslimischen Mitbürger adressiert. Ich fand es sehr bedauerlich, dass man so bereitwillig den Dialog wieder einmal frontal gegen die Wand hat fahren lassen. Auf beiden Seiten. Der gemeinsame Konsens in vielen deutschen muslimischen Kreisen war einfach nur: Israel und Amerika sind das pure Böse.
Kamouss: Kritik an der Politik Israels zu üben, heißt nicht, antisemitisch zu sein. Muslime dürfen nichts gegen Juden haben. Aber sie dürfen sehr wohl in angemessener Art und Weise Kritik üben. Es ist schrecklich von den deutschen Medien, dass sie nicht differenzieren.

The European: Hierzulande gab es unheimlich viel Solidarität mit den Glaubensgeschwistern in Gaza. Im Irak und in Syrien sterben derzeit auch sehr viele Muslime. Wo bleiben die Solidaritäts-Bekundungen jetzt?
Kamouss: Ich wusste, dass diese Frage kommt. Ich erkläre Ihnen gerne den Unterschied: Wenn eine Demonstration nur dazu dient, Druck abzulassen, dann finde ich das leer. Die Kundgebungen zum Gaza-Konflikt waren notwendig, um die westliche Gemeinschaft aufmerksam zu machen auf das Unrecht, das dort passiert. Wir wollten politischen Druck ausüben und die Doppelmoral entlarven. Beim IS sind wir alle einer Meinung. Wir sind alle dagegen. Was also sollen Demonstrationen bringen? Nur, damit die deutsche Öffentlichkeit eine Bestätigung hat? Alle offiziellen Vertreter, Sprecher und Gelehrten haben das zu Genüge gemacht. Da gibt es keinen Bedarf mehr.

„In meiner Heimat wird Israel und Amerika für alles Negative verantwortlich gemacht“

The European: Woher kommen die deutschen IS-Rekruten? Sind es vornehmlich Konvertiten oder Menschen mit islamischen Wurzeln?
Kamouss: Ich nenne sie „Rückkehrer“. Das sind einerseits Konvertiten, andererseits Muslime, die in Sünde gelebt haben und dann zu dem rechten Weg zurückkehren wollen, sich aber leider an den falschen Leuten orientieren.

The European: In einem Ihrer Videos sprechen Sie von einer Verbindung zwischen den Anführern des IS und der CIA.
Kamouss: Das habe ich so nicht gesagt, das hat die „Bild“-Zeitung wieder missinterpretiert. Ich habe lediglich einen Gedanken in den Raum gestellt. Nämlich, dass die Gründer des IS laut Edward Snowden von der CIA ausgebildet wurden.

The European: Ich habe auch davon gehört. Allerdings handelt es sich dabei wohl um eine Falschmeldung. Den Muslimen wird manchmal unterstellt, sie lassen sich allzu leicht für Verschwörungstheorien begeistern. Sehen Sie diese Gefahr?
Kamouss: Ehrlich gesagt, da ist etwas Wahres daran. In meiner Heimat zum Beispiel werden Israel und Amerika für alles Negative verantwortlich gemacht. Das ist wie eine Krankheit und ich bin dagegen. Wir müssen uns in Selbstkritik üben, sachlich bleiben und nicht emotional werden. Das ist eigentlich unsere Religion: Suche Beweise, schaffe Klarheit.

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