Berlusconi benutzt Statistiken wie ein Betrunkener den Laternenpfahl: als Stütze, nicht zur Erleuchtung. Romano Prodi

Abendländisch und leger

The European knüpft an die kontinentale Tradition des Diskutierens an. Maßgeblich für die Haltung des Magazins ist der Dreiklang abendländisch, optimistisch und leger. Das ist die Mischung für den pointierten Meinungsjournalismus im Netz.

Der Name The European beschreibt unsere Haltung: Wir sind streitbar, analytisch, diskursiv und reflexiv. Damit knüpfen wir an die alte kontinentale Tradition des Diskutierens an und übersetzen diese Tradition ins Netz. The European stellt die Zuspitzung in den Mittelpunkt. Das überzeugende Argument und seine Glaubwürdigkeit setzen sich durch.

Abendland bedeutet Sicherheit

Die Stärke Europas ist die Erfahrung, die der Kontinent aus seiner Jahrtausende alten Geschichte mit sich führt. Der Diskurs, der Austausch über Argumente auf der Grundlage bestimmter Prämissen, ist für Aristoteles so bestimmend wie für Foucault. Zwischen beiden Denkern liegen Epochen: der Untergang der Antike, die christliche Zeit, die Renaissance und die Aufklärung, die Moderne.

Was kann Europa dem Rest der Welt im 21. Jahrhundert geben? Der Kontinent kann Pate stehen für andere kulturelle Räume, weil die Alte Welt gelernt hat, Verschiedenheiten zu benennen, Ausgleich zu schaffen zwischen verschiedenen Ethnien, Religionen und Interessen. Vor allem haben wir es gelernt – der Satire, dem Karneval und der Karikatur sei Dank – über uns selbst zu lachen.

Wider die Unentspanntheit

Die alte kontinentale Besonderheit ist die Haltung von The European. Dabei sind wir abendländisch, optimistisch und leger: abendländisch, weil die Geschichte, von der eben schon die Rede war, eine Sicherheit darstellt, auf deren Grundlage wir uns unserer selbst vergewissern. Optimistisch, weil wir an die Möglichkeit von Veränderung glauben. Und leger, weil es schon genug Unlockeres und Verkrampftes gibt.

Bei uns kommen die Stimmen zu Wort, die wirklich von Bedeutung sind. Das, was in der Welt passiert, die Nachricht, ist ubiquitär. Sie ist im Netz überall und in Echtzeit verfügbar. Guter Journalismus muss mehr leisten als Nachrichten. The European findet die relevanten Köpfe, die die wichtigen Themen deuten. Wir eilen nicht den Nachrichten hinterher, sondern setzen selber Themen, stoßen Debatten an und führen sie fort.

Keine Dienstwagen

Die Zukunft des Journalismus liegt in den Neuen Medien. Dabei bleiben die Kriterien des Qualitätsjournalismus erhalten: Die gute Recherche, die exzellente Zuspitzung des Themas, das kritische Fragen und das professionelle Aufbereiten des Inhalts sind im Netz ebenso wichtig wie in den sogenannten alten Medien.

The European verpflichtet sich diesem Programm: starke Meinungen, Journalismus für das Netz. Keine Dienstwagen.

Leserbriefe

  • Theeuropean-placeholder
    Steffen – 25.11.2010 - 22:26

    Ich stimme dem Grundtenor des Artikels durchaus zu, finde aber die Argumentation an einem Punkt aber bedenklich.
    Wenn es heißt, die Europäer (oder: Europa?) habe gelernt Ausgleich zu schaffen zwischen Ethnien, Religionen etc. und über sich selbst zu lachen, dann wird vergessen wie oft dieser Ausgleich durch Gewalt und Krieg stattfand. In den vergangenen Jahrhunderten haben die europäischen Völker in mit nichts vergleichbarer Form die Kriegsführung immer weiter “effektiviert”. Der 2. WK war sicher der (vorläufige) Höhepunkt, aber die Balkankriege sind beispielsweise noch gar nicht so lange her.

    Der Ausgleich bestand also oft eher darin, Ethnien zu trennen, Religionen zu verfolgen und über andere zu lachen (oder zu fluchen).

    Ganz so glorreich wie auch ich mir es gerne ausmale ist unsere Vergangenheit leider doch nicht. Und trotzdem sollte uns das nicht davon abhalten, es in Zukunft besser zu machen. Und insofern gehe ich mit dem Artikel mit: Uns auf unsere hergebrachten Stärken besinnen, und dabei die Schwächen aber nicht verdrängen.

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