Soziale Netzwerke wie Facebook und StudiVZ verbinden Menschen auf der ganzen Welt. Doch es entsteht eine neue Zweizeitigkeit, nämlich dann, wenn bestimmte Personengruppen an der neuen, bunten Welt der Social Media nicht teilnehmen können.
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Natürlich dürfen auch Politiker umsonst bei Freunden übernachten. Natürlich haben sie das Recht auf eine Lebensgeschichte mit Brüchen und Unebe weiter...
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Er ist als Geburtstag nix Halbes und nix Ganzes: Mit 35 ist man in der Schwebe. Noch nicht auf dem Gipfel, aber auch kein Youngster mehr. Gedanken zwischen den Lebensaltern.
Der Bundespräsident feiert Weihnachten. Wie wir alle. Die Zäsur zwischen den Jahren nimmt den Druck aus dem völlig überhitzten Großstadtkessel geifernder Publizisten und gibt den Blick frei auf die große Kraft der Gelassenheit.
Mit Social Media ist ein wenig so wie mit Fernsehen: Die Schlauen werden schlauer, die Dummen werden dümmer. Bei MySpace sammelt sich der Mob, die Mitte und alles darüber bei Facebook.
Alle werden Anschluss finden, online wie offline, nur das Umfeld ist das Gleiche.
Sehr geehrter Herr Görlach,
wie Sie auch, glaube ich fest an den Siegeszug von Social Media und letztendlich lässt sich dieser Glaube ja mittlerweile auf handfeste Statistiken stützen. So fand Nielsen Online in einer Studie (http://blog.nielsen.com/nielsenwire/wp-content/uploads/2009/03/nielsen_globalfaces_mar09.pdf) heraus, dass sich die Alterszusammensetzung von Mitglieder-Communities wie Facebook zwischen Dezember 2007 und Dezember 2008 in Richtung älterer Nutzer(innen) verändert hat. So wuchs der Anteil der über 65jährigen mit 7 Prozent am stärksten gegenüber einem Wachstum 4 Prozent bei den 50-64jährigen, 2 Prozent bei den 35-49jährigen und gar einem negativen Wachstum von -1 Prozent der 18-34jährigen. Der Anteil der 2-17jährigen sank gar um -9 Prozent!
Mit anderen Worten: Alle Generationen entdecken gerade die Vorteile von Social Media und wir stehen erst ganz am Anfang dieser „digitalen Revolution“.
Die von Ihnen erwähnte Zweizeitigkeit bezieht sich aber sicherlich nicht nur auf die Generationenunterschiede, sondern auch auf den beschränkten Internetzugriff von sozial schwächer gestellten Mitbürgern, denen die finanziellen Mittel oder die Ausbildung fehlen oder gar auf den mangelnden technologischen Fortschritt in Schwellen- und Entwicklungsländern. Hier muss viel getan werden. Vergangene Medienumbrüche, wie Radio oder TV, boten jedoch viel höher Einstiegsbarrieren und lediglich eine lineare bzw. zeitabhängige Sendeabfolge. Das Internet hingegen ist asynchron, verteilt und theoretisch jederzeit erreichbar. Und – das Internet vergisst nie! Mit anderen Worten: Die sozialen Medien und Inhalte, die die „vorzeitigen“ Menschen heutzutage terabyte-weise im Web generieren, bleiben für alle Generationen und Länder auch in der Zukunft ewig auffindbar und nutzbar. Neben einer Zweizeitigkeit in der heutigen Kommunikation kann man daher auch von einer Ewigzeitigkeit sprechen.
Björn Behrendt