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  <claim>There we have the salad!</claim>
  <content>&lt;p&gt;Man mag kaum hinsehen. Geschweige denn hinh&#246;ren. Seit Oettingers G&#252;nther in Br&#252;ssel Politik macht, muss er auch auf Englisch ran. Keine so leichte Sache. Fragen Sie nur mal Guido Westerwelle. Oder Frank-Walter Steinmeier. Oder Claudia Roth. Aber von wem h&#228;tten sie auch Englisch lernen sollen? Etwa von Joschka Fischer? Gerhard Schr&#246;der? Helmut Kohl? Seien wir nicht unfair. Letzterer konnte wenigstens Altgriechisch. Sagt man.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Seit Jahrzehnten fehlt es Deutschland als Kulturnation und Exportweltmeister an einer politischen Spitzenkraft, die in der Lage w&#228;re, auf internationalem Parkett fl&#252;ssig mitzudiskutieren. Oettingers j&#252;ngster Gewaltmarsch durch das Englische steht in diesem Sinne nur beispielhaft f&#252;r die durchg&#228;ngig d&#252;rftigen bis schlicht inexistenten Fremdsprachenkenntnisse unseres politischen Personals. Youtubetaugliche Peinlichkeiten bleiben also vorprogrammiert. Der wahre Schaden ist jedoch ein anderer, verweist die sorgsam gepflegte Tradition sprachlicher Inkompetenz doch auf ein grundlegendes Problem des politischen Systems.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Der Horizont wirkt begrenzt&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Klicken Sie sich nur einmal durch die Lebensl&#228;ufe unserer aktuellen Bundestagsabgeordneten und halten dort nach relevanten Auslandserfahrungen Ausschau (Schule, Studium, Arbeit). Nichts, nichts und wieder nichts! 90 Prozent unserer Volksvertreter kennen das Ausland nur aus dem Urlaub. Sie sind lebensweltlich nie &#252;ber ihren eigenen Wahlkreis hinausgekommen.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Nur deshalb &#8211; und damit ber&#252;hren wir das eigentliche Problem &#8211; konnten sie &#252;berhaupt Bundestagsabgeordnete werden! Der politische Aufstieg in Deutschland ist noch immer an ein beharrliches Hochdienen durch Orts-, Kreis- und Landesverb&#228;nde gebunden, das permanente Pr&#228;senz vor Ort erfordert. F&#252;r mobile, welthungrige und damit ambitioniertere Naturen sieht es strukturell keinen Platz vor. Wer bleibt, steigt. Das einzige Kabinettsmitglied, das in mehr als einer Fremdsprache fl&#252;ssig parlieren kann, best&#228;tigt diese Diagnose vollauf. Denn Ursula von der Leyen wusste sich qua Familienherkunft solcher Kleinkriege enthoben.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Wer fremde Sprachen nicht kennt, wei&#223; nichts von seiner eigenen&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Die konkreten politischen Konsequenzen dieser systemisch bedingten Horizontbegrenzung sollten nicht untersch&#228;tzt werden. Jeder Mensch, der auch nur einige Monate im Ausland verbracht hat, wird bezeugen, dass diese Erfahrung nicht nur ein Verst&#228;ndnis f&#252;r andere Organisations- und Lebensformen &#246;ffnet, sondern vor allem, dass erst die Distanz der Fremde einen klareren Blick auf das Eigene erm&#246;glicht (Goethe: Wer fremde Sprachen nicht kennt, wei&#223; nichts von seiner eigenen). Der Wert dieser Fremderfahrung ist durch nichts zu ersetzten oder aufzuwiegen. In Zeiten vollends globalisierter Funktionssysteme darf sie als Bedingung der M&#246;glichkeit erfolgreicher Politik &#252;berhaupt gelten. Unseren Ministern und Bundestagabgeordneten fehlt sie fast vollst&#228;ndig. Sie stapfen staunend durch Berlin und w&#228;hnen sich in einer multikulturellen Weltstadt.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Gott allein kennt die Unzahl der politischen Fehlentscheidungen, die dieser Mangelkonstellation in unserem Land zu schulden sind. Aber wer wird ernsthaft bezweifeln, dass das faktisch vollst&#228;ndige Scheitern der deutschen Einwanderungs- und Integrationspolitik etwas mit der Tatsache zu tun hat, dass unseren Entscheidungsbefugten die Erfahrung der Fremde selbst fremd ist. In jedem Fall ist der wahre Schaden weitaus gr&#246;&#223;er als der Prestigeverlust, der entsteht, wenn sich ein nach Br&#252;ssel abgeschobener Ex-Ministerpr&#228;sident akzentbedingt zum &#196;ffle machen muss.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;&lt;object width="560" height="340"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/TLQXuX_H9l8&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/TLQXuX_H9l8&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;&lt;object width="560" height="340"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/6-gkG5maZTY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/6-gkG5maZTY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;</content>
  <created-at type="datetime">2010-01-29T10:09:51Z</created-at>
  <excerpt>Man m&#246;chte am liebsten wegh&#246;ren, wenn so mancher deutsche Spitzenpolitiker im Ausland eine Rede h&#228;lt. Doch wieso kann unser vielfach akademisch gebildetes Spitzenpersonal kein Englisch? Der Fehler liegt im System.</excerpt>
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  <title>Sprachenkenntnisse mangelhaft</title>
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