Top-Level-Domains
Datum: 2010-03-08
Die Namensgebung im Internet steht vor ihrer größten Veränderung seit Einführung des Domain-Name-Systems. Neben den sogenannten generischen Top-Level-Domains (TLDs) wie .com, .net oder .org, wird es eine unbegrenzte Anzahl an neuen Endungen geben – zum Beispiel .music, .berlin, oder .blog.
Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) hat die Hoheit über die Namensgebung im Internet und seit ihrer Entstehung den Auftrag, Auswahl und Wettbewerb im Domain-Namensraum zu fördern. Nachdem die ICANN durch Richtlinien Domainpreise signifikant gesenkt und nicht lateinische Schriftzeichen wie Kyrillisch oder Chinesisch in das Domain-Name-System integriert hat, ist die Einführung neuer TLDs und somit die Erweiterung des Namensraumes der nächste wichtige Schritt in der Weiterentwicklung des Internets.
Das Internet wird intuitiver
Viele mögen sich fragen, ob dies nötig ist und nicht vieles verwirrender macht. Das Gegenteil ist der Fall: Sucht ein User zum Beispiel ein Hotel zur Übernachtung in Berlin, kann er das auf hotels.berlin tun, ein Ticket für das nächste Rolling-Stones-Konzert wird unter stones.tickets gekauft.
Neue Endungen haben das Potenzial, das Internet intuitiver zu machen. Zudem entstehen semantisch relevante Zonen/Bereiche im Internet, die zu einer Evolution des Internet-Namensraumes führen werden. So wird die TLD ein verlässlicher Guide zum gewünschten Content.
Die Nachfrage für neue TLDs wird groß sein. Der .de-Namensraum ist mit über 13 Millionen Registrierungen der zweitgrößte nach .com. Jährlich steigt die Anzahl an Domainregistrierungen um 15 Prozent. Künftig werden unter den gegebenen Top-Level-Domains schlichtweg keine sinnvollen Namen mehr verfügbar sein.
Niedrigere Preise dank Wettbewerb
Gleichzeitig gewinnt das Internet für Unternehmen an Wichtigkeit und ist inzwischen erste Anlaufstelle für Kunden, um Produkte zu erwerben oder Information zu gewinnen, gleich welcher Branche.
Inzwischen geht es so weit, dass Unternehmensgründer sich ihren Firmennamen nach der Verfügbarkeit des Domainnamens aussuchen, ein ungeliebter Domainname registriert wird oder die gewünschte Domain für viel Geld im Sekundärmarkt ersteigert werden muss. Neue TLDs würden dem Abhilfe verschaffen und führen durch Wettbewerb zu niedrigeren Preisen.
Die Bewerbung um eine TLD bei der ICANN und der Betrieb dieser sind jedoch sehr komplex und erfordern finanzielle und technische Ressourcen. Gerade die technischen Voraussetzungen der ICANN sind sehr anspruchsvoll. Momentan gibt es weltweit nur circa acht Unternehmen, welche die technische Infrastruktur für ein solches Projekt bereitstellen.
Momentan unterstützt unser Unternehmen Minds + Machines Initiativen um .roma, .bayern, .nyc, .radio. Zudem haben wir eine eigene .berlin-Initiative gestartet. Unter .eco – eine Initiative mit Friedensnobelpreisträger Al Gore – kann sich jeder eine Domain registrieren und so aktiv Umwelt- Initiativen unterstützen. Dazu bietet eine solche Domain Unternehmen die Möglichkeit, ihre “grünen” Initiativen vorzustellen. Über 50 Prozent der Registrierungseinnahmen werden direkt in die Organisationen fließen.
Geografische TLDs wie .berlin haben ebenfalls großes Potenzial und könnten zu einer wichtigen Einnahmequelle einer Stadt und der Community werden. Auch unterstützt sie die lokale Wirtschaft, kann ein wichtiges Tool für das Stadtmarketing sein, fördert das E-Government und schafft regionale Identität im globalen Internet.
Es ist abzusehen, dass die Möglichkeit neuer TLDs das Internet verändern und sinnvoller gestalten wird. Für den User, aber auch die Provider heißt das vor allem mehr Auswahl, Wettbewerb und Innovation.
























Leserbriefe
von Bermol – 08.03.2010 - 10:21
Macht Sinn…kann ich jetzt schon registrieren? Suche ebenfalls einen guten Namen für mein Business – leider sind die namen schon weg.
Antwort verfassenvon Marion Driehaus – 08.03.2010 - 10:22
genial — ich bin gerade dabei einen büroservice in berlin aufzubauen. eine webadresse mit einer berlin endung kommt mir für den internetauftritt sehr gelegen
Antwort verfassenvon Katrin Borek – 08.03.2010 - 10:41
Ich finde das eine super Idee, glaube aber nicht unbedingt, dass sich die Leute da registrieren werden. Ich hoffe aber sehr, dass es klappt.
Antwort verfassenvon Olga – 08.03.2010 - 11:13
Glaube auch nicht das das klappt. aber sollen sie es ruhig versuchen. wenn das im browser wirklich intuitiver wird bin ich sehr dafür.
Antwort verfassenvon Frank Fischer – 08.03.2010 - 11:34
städtedomains wären super- gerade für restaurants, bars und lokale betriebe. Wann kommt das denn?
Antwort verfassenvon Ihr Name – 09.03.2010 - 14:54
Wir rechnen damit, dass das Bewerbungsfenster Anfang nächsten Jahres geöffnet wird. Circa ein Jahr später kann sich jeder Berliner oder Bayer seine Domain registrieren.
Antwort verfassenvon Fabian – 08.03.2010 - 12:24
Klingt in der Tat nach einer sehr gute Idee ! Bin gespannt wie sich das auf die “Trefferquote” der Suchmaschinen auswirkt.
Antwort verfassenvon Clemens – 08.03.2010 - 12:42
Lange darauf gewartet! Vorallem am Beispiel .eco muss doch jedem der Sinn der Sache klar werden!
Antwort verfassenWeiter so!
von Madeleine – 08.03.2010 - 13:02
Der Text ist echt interessant und übersichtlich – spannendes Thema. Ein paar Fragen hab ich aber noch-Ist die ICANN eine Behörde oder ein Unternehmen? Wer bekommt den Zuschlag, die bessere Bewerbung oder das höhere Angebot und an wen oder was geht das Geld? Und arbeitet ihr mit bayern oder der Stadt Berlin zusammen? Antwort verfassenvon Ihr Name – 09.03.2010 - 14:52
Liebe Madeleine,
Die ICANN ist eine privatrechtliche Non-Profit Organisation, die dem amerikanischen Recht unterliegt. Bis Oktober 2009 unterstand ICANN dem amerikanischen Handelsministerium. Mit dem „Affirmation of Commitments“ Abkommen hat die amerikanische Regierung ihre Kontrolle über die ICANN gelockert. Damit ist ICANN ihrem Ziel, eine globale Organisation zu werden und die Interessen der weltweiten Internetgemeinschaft zu vertreten, näher gerückt.
Vereinfacht gesagt entscheidet die ICANN von wem eine Top-Level Domain betrieben wird. Der Bewerber, der den Anforderungen von ICANN gerecht wird, erhält den Zuspruch die Top-Level Domain zu betreiben. Eine Voraussetzung bei geografischen Top-Level Domains (wie .berlin und .bayern) ist allerdings die Zustimmung der zuständigen Regierung. Wir stehen in engem Kontakt mit der bayerischen Landesregierung und dem Berliner Senat. Bisher hat weder Berlin noch Bayern entschieden, wie sie die Vergabe ihrer Namensrechte regeln wollen.
Betreiber von geografischen Top-Level Domains sollten dafür sorgen, dass Städte oder Region wirtschaftlich von einer TLD profitieren.
Viele Grüße, Caspar Veltheim
Antwort verfassenvon a – 08.03.2010 - 13:23
viel erfolg ! das internet ist schließlich für den menschen da. warum sich also bei der namenswahl so sehr einschränken lassen ?!
Antwort verfassenvon victor – 08.03.2010 - 14:43
ich sehe keinen bedarf für neue top level domains. gibt doch schon genug…..
Antwort verfassenvon Anja – 08.03.2010 - 15:29
offensichtlich gibts nicht genug, wenn man nun schon teuer für seine webadresse zahlen muss- ich finde die idee gut- nur zu viele dürfen es nicht werden
Antwort verfassenvon von Teresa – 08.03.2010 - 18:26
Eine tolle Idee, ich freu mich schon auf eine vereinfachte Websuche!
Antwort verfassenvon Coco – 08.03.2010 - 18:49
Naja, bezweifle das man sowas wirklich braucht. Klingt eher nach Geldmacherei. Wozu gibts denn Suchmaschinen??? Hallo !!!
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