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  <claim>Schleier tragen ist M&#228;nnersache</claim>
  <content>&lt;p&gt;Mit einem umgebundenen Kopftuch und einem breiten Grinsen pr&#228;sentieren sich unz&#228;hlige iranische M&#228;nner im Dezember 2009 im World Wide Web. Im Iran, wo die Rechte der Frau noch immer stark eingeschr&#228;nkt sind und es viel um &amp;#8220;m&#228;nnliche Ehre&amp;#8221; geht, stellt diese Aktion einen gewaltigen Tabubruch dar. Via Internet gehen diese Bilder rasend schnell um die Welt. Mit Humor und Technik zeigte sich der politische Widerstand im Iran von seiner kreativen Seite.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Der 23-j&#228;hrige Majid Tavakoli gilt als kritischer Kopf der f&#252;r eine aktive politische Studentenschaft bekannten Technischen Amir-Kabir-Hochschule in Teheran. Vor zwei Jahren wurde eine Karikatur von Ali Khamenei in einem Magazin der Hochschule ver&#246;ffentlicht, die als schwere Beleidigung des obersten religi&#246;sen F&#252;hrers empfunden wurde und eine Verhaftungswelle ausl&#246;ste. Die Festgenommenen wurden massiv gefoltert und unter Druck gesetzt. Auch Majid Tavakoli wurde verhaftet und erst nach einem halben Jahr wieder freigelassen. Nicht lange w&#228;hrte seine Freiheit, dann wurde er auf Anordnung des Informationsministeriums in eine Hafenstadt in den hei&#223;en S&#252;den des Landes verbannt.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Meinungsfreiheit Fehlanzeige&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Am 7. Dezember 2009 kam Majid Tavakoli nach Teheran zur&#252;ck und hielt vor Studierenden der Amir-Kabir-Hochschule eine feurige Rede. Als er danach das Universit&#228;tsgel&#228;nde verlassen wollte, wurde er nach Augenzeugenberichten unter Schl&#228;gen in einen wei&#223;en Wagen ohne Kennzeichen gezerrt. Einen Tag sp&#228;ter verbreitete die amtliche iranische Nachrichtenagentur Fars, dass Tavakoli als Frau verkleidet vor den iranischen Beh&#246;rden hatte fl&#252;chten wollen. Fars und die konservativen Medien bildeten Tavakoli mit islamischer Frauenkleidung und Kopfbedeckung auf Fotos ab.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;In der stark m&#228;nnlich dominierten Gesellschaft des Iran wird Mut mit M&#228;nnlichkeit gleichgesetzt. Das findet sich auch in der Landessprache wieder. Nicht nur in konservativen, sondern auch in intellektuellen Kreisen wird der Begriff &amp;#8220;Mann&amp;#8221; f&#252;r &amp;#8220;Mut&amp;#8221; und &amp;#8220;Ehrbarkeit&amp;#8221; benutzt.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Die Behauptung, Majid Tavakoli w&#228;re geschminkt und in Frauenkleidern gefl&#252;chtet, hat in K&#246;pfen, die Frauen als Wesen zweiter Klasse betrachten, die Erniedrigung und Beleidigung des Studenten zum Ziel. Die radikalen Kr&#228;fte haben mit dieser Darstellung versucht, die protestierenden Jugendlichen zu verunsichern. Gleichzeitig manifestierten sie die Stellung der Frau als &amp;#8220;niederes Wesen&amp;#8221; indirekt, denn auch iranische Frauen wehren sich zunehmend gegen ihre Unterdr&#252;ckung.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Fr&#246;hliche iranische M&#228;nner mit Kopftuch brechen Tabus&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Die Festnahme im Dezember 2009 in Verbindung mit der Darstellung Tavakolis in den Medien l&#246;ste kurz darauf eine Welle von Protesten aus. Auf Fotos, die im Internet auch &#252;ber Social Networks wie Facebook verbreitet wurden, zeigten sich M&#228;nner diverser Altersstufen mit Kopftuch. Unter den Fotos stand: &amp;#8220;Ich bin Majid Tavakoli.&amp;#8221;&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Die immer st&#228;rker werdenden fortschrittlichen Kr&#228;fte im Land haben mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Gegen-Aktion den Versuch, Tavakoli &#246;ffentlich zu dem&#252;tigen, l&#228;cherlich gemacht. Gleichzeitig haben sie die Welt&#246;ffentlichkeit auf den Vorfall aufmerksam gemacht und durch den Unterhaltungswert der Idee gab es weltweit ein gro&#223;es Medienecho &amp;#8211; und sogar die iranische Frauenbewegung konnte sich &#252;ber Aufmerksamkeit freuen. Der Protest sollte nicht nur als eine Form der Solidarit&#228;t mit Majid Tavakoli verstanden werden, er richtet sich zugleich gegen eine konservative, vom M&#228;nnlichkeitswahn gepr&#228;gte Gesellschaft und zieht den Kopftuchzwang durch unfreiwillig komische Bilder mit Ironie von seinem heiligen Sockel herunter.&lt;/p&gt;</content>
  <created-at type="datetime">2010-02-01T16:58:18Z</created-at>
  <excerpt>Wie kreativ Protest sein kann, zeigt sich an den Bildern von Kopftuch tragenden iranischen M&#228;nnern, die &#252;ber das Internet verbreitet wurden. Trotz der l&#228;chelnden Gesichter auf den Fotos ist die Lage im Iran sehr ernst.</excerpt>
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  <title>Protest im Iran</title>
  <updated-at type="datetime">2010-02-07T22:54:51Z</updated-at>
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