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  <claim>Los, wir lassen alle die Hosen runter!</claim>
  <content>&lt;p&gt;F&#252;r die Piraten als Partei und au&#223;erparlamentarische Opposition spielt der Protest eine sehr wichtige Rolle. Gerade als B&#252;rgerrechtspartei stemmen wir uns immer wieder gegen &#220;berwachungsma&#223;nahmen und m&#252;ssen dabei nicht nur auf die Regierenden einwirken, sondern auch auf die &#214;ffentlichkeit, in der es meist noch an Problembewusstsein fehlt. H&#228;ufig h&#246;rt man nur: &amp;#8220;Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu bef&#252;rchten.&amp;#8221; Dank der Salamitaktik, mit der die &#220;berwachung scheibchenweise immer umfassender wird, nehmen viele Menschen auch kritiklos hin, dass &amp;#8220;nichts zu verbergen haben&amp;#8221; heute schon bedeutet, dass einen Scanner bis auf die Haut abtasten und man quasi nur noch als unschuldig gilt, wenn man nackt vor der Staatsgewalt steht. Hier gilt es, m&#246;glichst viele Leute wachzur&#252;tteln.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Der klassische Weg, dieses Ziel zu erreichen, ist die Demonstration. Menschen, die zahlreich und lautstark durch die Stra&#223;en ziehen, erwecken sowohl die Aufmerksamkeit von Umstehenden als auch die der Massenmedien, welche sehr lange die einzig wirksamen Multiplikatoren darstellten. Die Existenz einer &#252;berregionalen Berichterstattung, insbesondere durch Rundfunk und Fernsehen, verpasste dem Protest eine deutlich verbesserte Wirkung. Dies zeigt bereits, welche massive Rolle die technische Entwicklung bei den M&#246;glichkeiten des Protestes spielt.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Der &amp;#8220;Protest 2.0&amp;#8221; entkoppelt Protest von den Massenmedien&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Die n&#228;chste Stufe auf dieser Leiter, wenn man denn so will den &amp;#8220;Protest 2.0&amp;#8221;, stellt nat&#252;rlich das Internet dar. Es erm&#246;glicht nicht nur jedem Menschen neben Text nun auch Ton- und Bildinformationen schnell und fl&#228;chendeckend zu verbreiten, es bietet auch v&#246;llig neue M&#246;glichkeiten der Interaktion. Durch Blogs, Twitter und Social Networks werden die einzelnen User selbst zu Multiplikatoren und werden auf diese Weise von den gro&#223;en Zeitungen und Rundfunkanstalten unabh&#228;ngiger. Dieser Effekt begr&#252;ndet sich in der Natur des Netzes an sich. Es gibt keine festen Grenzen mehr zwischen Sender, Multiplikator und Empf&#228;nger, jeder Knoten im Netz kann alle diese Rollen spielen. Jeder, der also meine Botschaft erh&#228;lt, kann diese weiterverbreiten oder gar selbst darauf aufbauen und neue Inhalte einstreuen. Hieraus entwickelt sich ein v&#246;llig neues Protestkonzept, das sich eigentlich darin niederschl&#228;gt, Ideen ungehinderten Lauf zu lassen.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Jemand k&#246;nnte schreiben: &amp;#8220;Eigentlich kann man am Flughafen doch auch gleich ganz nackt herumlaufen&amp;#8221;, ohne es wirklich ernst zu meinen. Andere verbreiten diesen Scherz weiter, bis der N&#228;chste ihn aufgreift und meint: &amp;#8220;Hey, das w&#228;re ein toller Flashmob. Los, wir lassen alle die Hosen runter.&amp;#8221; &#220;ber das Netz melden sich daraufhin Mitstreiter und schon am n&#228;chsten Tag laufen halb nackte, mit Spr&#252;chen bemalte Menschen &#252;ber Flugh&#228;fen. Die Leute finden spontan, ohne zentrale Instanz zusammen und gehen genauso schnell wieder auseinander, wie ein Fischschwarm. Der Flashmob ist dabei quasi das Mittel einer Minidemo. Er ist nicht wegen gro&#223;er Menschenmassen interessant, sondern aufgrund seiner Spontanit&#228;t und Kreativit&#228;t.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Auch die gute alte Demo profitiert&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Eine andere Variante des kreativen Protests sind die sogenannten &amp;#8220;Virals&amp;#8221;. Urspr&#252;nglich zu Werbezwecken genutzt, finden Lieder, Bilder und Videos, die sich durch soziale Netze verbreiten, auch f&#252;r den Protest immer mehr Anwendung. Sie wirken meist satirisch und werden h&#228;ufig von den Betroffenen nicht ernst genommen, aber wie eine ehemalige Familienministerin erfahren musste, kann schon eine einfache Verballhornung eines Namens mehr Protest ausdr&#252;cken, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Ob nun in der Organisation oder als prim&#228;res Tr&#228;germedium, das Netz mit seiner offenen Struktur spielt eine tragende Rolle f&#252;r Protest.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Auch die gute alte Demo profitiert davon, wenn man viele Menschen erreichen und mobilisieren kann. Der gr&#246;&#223;te Vorteil findet sich allerdings darin, dass auch wenige oder gar einzelne die M&#246;glichkeit haben, gro&#223;e Wellen des Protests loszutreten. Wer dies untersch&#228;tzt, der wird sicher noch mit dem ein oder anderen politischen Debakel rechnen m&#252;ssen.&lt;/p&gt;</content>
  <created-at type="datetime">2010-02-01T11:03:08Z</created-at>
  <excerpt>Die Piratenpartei nutzt die M&#246;glichkeiten des Internets, um gegen die sogenannte "Salamitaktik" der Bundesregierung, der scheibchenweise vorangetriebenen &#220;berwachung der deutschen Bev&#246;lkerung, auf kreative Weise zu protestieren.</excerpt>
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  <title>Gegen die "Salamitaktik"</title>
  <updated-at type="datetime">2010-02-04T08:21:17Z</updated-at>
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