<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<article>
  <advertiser type="boolean">false</advertiser>
  <author-id type="integer">2239</author-id>
  <claim>Die Hemmschwelle sinkt</claim>
  <content>&lt;p&gt;Das Internet bietet Menschen vielf&#228;ltige M&#246;glichkeiten politischen Protests. Online-Appelle, E-Mail-Aktionen oder E-Petitionen machen es m&#246;glich, dass sich binnen Stunden Zehntausende Menschen in politische Entscheidungen einmischen &#8211; wenn die Regierung Gentechnik auf die Felder bringt oder die Kopfpauschale im Gesundheitswesen einf&#252;hren will, wenn Banken Atomkraftwerke finanzieren oder Mitarbeiter/innen ausspionieren. Die Instrumente eint, dass durch sie gerade f&#252;r Menschen mit wenig Zeit f&#252;r politisches Engagement die Schwelle betr&#228;chtlich sinkt, sich politisch einzumischen. Viele nutzen diese Chance &#8211; allein bei Campact sind es mittlerweile &#252;ber 200.000. Bewegt sich damit Protest immer mehr ins Internet? Haben Demonstrationen und politische Aktionen ausgedient?&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Protest, der im virtuellen Raum verpufft, nutzt niemandem etwas&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Sicher nicht! Denn Internetaktionen verpuffen allzu h&#228;ufig im virtuellen Raum, &#252;bersetzen sie sich nicht in Handlungen auf der Stra&#223;e. Druck auf Entscheidungstr&#228;ger/innen entsteht vor allem &#252;ber zwei Wege: &#252;ber Medienberichte, die eine breite &#214;ffentlichkeit f&#252;r ein Thema sensibilisieren und den Politiker oder Konzernchef unter Handlungszwang setzen. Und durch direkte Konfrontation der Entscheidungstr&#228;ger/innen mit B&#252;rger/innen und Verbraucher/innen, die ihnen Konsequenzen an der Wahlurne beziehungsweise bei der Kaufentscheidung vor Augen f&#252;hren.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Kampagnen von Campact versuchen genau dies zu leisten: Aktionen online und offline ineinander zu verschr&#228;nken. Beispiel Gen-Mais: 13.000 Menschen starten im Internet einen &amp;#8220;Ballon&amp;#8221; gegen Gentechnik. Vor dem Kanzleramt bilden wir aus 13.000 Ballons den 60 Meter breiten Schriftzug &amp;#8220;Gen-Food &#8211; Nein Danke!&amp;#8221;. Ein Massenstart unterstreicht die zentrale Gefahr von Gentechnik: Genpollen verbreiten sich mit dem Wind, einmal in die Umwelt ausgebracht, ist Gentechnik nicht mehr r&#252;ckholbar. Das beeindruckende Bild schafft es bis in Spiegel und Tagesschau.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Eine Aktion, die die Entscheidungsfreudigkeit einer Ministerin steigerte&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Kurz vor der Entscheidung &#252;ber ein Verbot von Gen-Mais MON810 im April 2009 heften wir uns an die Fersen von Landwirtschaftsministerin Aigner &#8211; im Auftrag von &#252;ber 50.000 Campact-Aktiven, die einen Appell im Netz unterzeichnet haben. Wo die Ministerin auch auftritt &#8211; vor der T&#252;r erwarten sie jeweils Hunderte Campact-Aktive aus der jeweiligen Region. Mobilisiert &#252;ber das Internet machen sie der Ministerin mit einer Digitaluhr klar, wie viel Tage, Stunden, Minuten und Sekunden ihr f&#252;r ein Verbot von Gen-Mais bleiben. Medien berichten &#252;berall &#252;ber die Aktionen und machen der &lt;span class="caps"&gt;CSU&lt;/span&gt;-Politikerin klar: Bei der n&#228;chsten Wahl bekommt sie ein Problem, wenn sie Politik f&#252;r die Gentechnik-Konzerne macht. Kurz sp&#228;ter erl&#228;sst die Ministerin das Verbot.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Neben solcherart Aktionen ist auch die Demonstration weiterhin ein wichtiges Instrument, wenn es gilt, B&#252;rger- statt Konzerninteressen in der Politik durchzusetzen. Das Internet er&#246;ffnet neue Potenziale f&#252;r Demonstrationen: F&#252;r deren Organisatoren ist es heute weit einfacher geworden, Menschen schnell und kosteng&#252;nstig auf den politischen Entscheidungspunkt hin zu mobilisieren. Die Einladung zu Anti-Atom-Flashmobs bei Auftritten von Westerwelle und Merkel verbreitete Campact im letzten September jeweils nur wenige Tage zuvor. F&#252;r die Online-Mobilisierung zu einer sportlichen Umrundung der ersten Runde der schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen unter dem Motto &amp;#8220;Warmlaufen f&#252;r den Anti-Atom-Widerstand!&amp;#8221; blieben gerade einmal f&#252;nf Tage. Dann bev&#246;lkerten 1.500 Menschen die Stra&#223;en um den Verhandlungsort.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Internet-Protest und Aktion auf der Stra&#223;e, das geht am besten Hand in Hand.&lt;/p&gt;</content>
  <created-at type="datetime">2010-02-01T11:18:16Z</created-at>
  <excerpt>Das Internet senkt die Schwelle zum Protest. Innerhalb weniger Tage finden sich Hunderttausende Gleichgesinnte. Doch die Aktionen verpuffen wirkungslos, wenn sie nicht mit dem klassischen Stra&#223;enprotest kombiniert werden.</excerpt>
  <external type="boolean">false</external>
  <id type="integer">2242</id>
  <locked type="boolean" nil="true"></locked>
  <permalink>das-internet-und-die-demonstration</permalink>
  <priority type="integer">0</priority>
  <published-at type="datetime">2010-02-08T00:55:00+01:00</published-at>
  <status type="integer">1</status>
  <text-type type="integer">0</text-type>
  <title>Das Internet und die Demonstration</title>
  <updated-at type="datetime">2010-02-07T23:04:54Z</updated-at>
  <user-id type="integer">32</user-id>
  <version type="integer">12</version>
</article>
