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  <claim>Kern des Problems</claim>
  <content>&lt;p&gt;Der 1970 in Kraft getretene Nichtverbreitungsvertrag (&lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt;), im Volksmund auch Atomwaffensperrvertrag genannt, ruht auf folgenden drei S&#228;ulen: Nukleare Nichtverbreitung (Art. I und II), nukleare Abr&#252;stung (Art. IV) und gegenseitige Unterst&#252;tzung bei der friedlichen Kernenergienutzung (Art VI).&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Kernwaffenstaaten mit Kernwaffenarsenalen, die die Menschheit ausrotten konnten, Kernenergienutzung nur bei wenigen und Schwellenstaaten, die Interesse am Besitz von Kernwaffen hatten: Das war die Situation Ende der 60er Jahre. Der Nichtverbreitungsvertrag hat einen Beitrag geleistet, diese Problematik signifikant zu verringern.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Er konnte aber die (zun&#228;chst) heimliche Nuklearbewaffnung der Staaten Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea nicht verhindern. Ein nach den Erfahrungen mit Irak erstelltes Zusatzprotokoll von 1993 erlegt zus&#228;tzliche Pflichten auf beziehungsweise fordert weitere Zugest&#228;ndnisse ein. Die Unterzeichnung ist freiwillig, wird aber im Rahmen der Nuclear Suppliers Group (&lt;span class="caps"&gt;NSG&lt;/span&gt;) f&#252;r Importe von kerntechnisch relevantem Material gew&#246;hnlich gefordert.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Da das Ausstiegsszenario f&#252;r den &lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt; in Artikel X einen gro&#223;en Interpretationsspielraum zul&#228;sst, lieb&#228;ugeln einige L&#228;nder mit der K&#252;ndigung des &lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt;, um der &#220;berwachung zu entgehen und souver&#228;n entscheiden zu k&#246;nnen, ob sie Kernwaffen entwickeln wollen. Wesentliche Teile des kerntechnischen Know-hows daf&#252;r haben sie unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung bereits angesammelt. Iran und Syrien stehen im Verdacht, diesen Weg einzuschlagen und es wird bef&#252;rchtet, dass dann ein Dominoeffekt in dieser Region entsteht, so dass weitere (gro&#223;e) L&#228;nder eventuell Kernwaffen f&#252;r ihre nationale Sicherheitsstrategie entwickeln wollen.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Die Nichtverbreitungswirkung des &lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt; ist also in h&#246;chster Gefahr.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Unbegrenzte Verl&#228;ngerung des &lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt; und &lt;span class="caps"&gt;CTBT&lt;/span&gt;&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Im &lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt; war festgelegt worden, dass 25 Jahre nach Inkrafttreten, also 1995, eine &#220;berpr&#252;fung des &lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt; stattfinden sollte und dieser dann gegebenenfalls auf unbegrenzte Zeit verl&#228;ngert werden sollte. Um die vielen &lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt; Mitglieder von dem Willen zur Abr&#252;stung zu &#252;berzeugen, wurden insbesondere von US-amerikanischer Seite die Verhandlungen zu einem umfassenden Kernwaffenteststopp-Abkommen (engl. Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty, &lt;span class="caps"&gt;CTBT&lt;/span&gt;) 1994 ins Leben gerufen und stark vorangetrieben. Auch Indien und Pakistan waren intensiv an den Verhandlungen beteiligt. Nachdem die unbegrenzte Verl&#228;ngerung des &lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt;, nicht zuletzt dank dem gro&#223;en Geschick des Konferenzleiters Dhanapala, vereinbart und unterzeichnet war, erlahmte das Interesse der Kernwaffenstaaten am &lt;span class="caps"&gt;CTBT&lt;/span&gt;. Er wurde dennoch zur Zeichnung aufgelegt, ist aber bisher nicht in Kraft getreten, weil 8 Staaten bisher nicht ratifiziert haben, deren Ratifikation aber Bedingung f&#252;r sein Inkrafttreten ist. Die vereinbarten &#220;berpr&#252;fungskonferenzen zum &lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt; brachten keine wirklichen Fortschritte mehr. In der &#220;berpr&#252;fungskonferenz 2000 wurde zwar ein 13-Punkteplan vereinbart zur St&#228;rkung des &lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt;-Systems, der aber in der Realit&#228;t von den Kernwaffenstaaten kaum befolgt wird. Die &#220;berpr&#252;fungskonferenz 2005 war ein Desaster, weil sich die Kernwaffenstaaten nicht zu dem geringsten Zugest&#228;ndnis bez&#252;glich Abr&#252;stung einlie&#223;en. Daher wird von einigen Experten prognostiziert, dass die &#220;berpr&#252;fungskonferenz 2010 ein &#228;hnliches Ergebnis bringen wird, wenn nicht Pr&#228;sident Obama das Steuer herumrei&#223;t, wof&#252;r es durchaus Anzeichen gibt. Allerdings werden sich viele L&#228;nder nicht damit zufrieden geben, dass die Kernwaffenstaaten eine deutliche Reduzierung der Kernwaffen, die sie ohnehin nicht mehr zu ben&#246;tigen glauben, als Abr&#252;stung ausgeben.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Wenn man bedenkt, dass trotz aller internationalen und bilateralen Vertr&#228;ge die beiden wichtigsten Atomm&#228;chte &lt;span class="caps"&gt;USA&lt;/span&gt; und Russland noch immer &#252;ber jeweils rund 2.200 einsatzbereite Kernwaffen verf&#252;gen, kann von einer substantiellen nuklearen Abr&#252;stung keine Rede sein.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Friedliche Nutzung &#8211; der Weg zur Kernwaffe?&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Die gegenseitige Unterst&#252;tzung bei der friedlichen Kernenergienutzung hat bisher funktioniert, ist aber bei einer weiteren Nutzung des kerntechnischen Know-how f&#252;r den Bau von Kernwaffen in ernster Gefahr. Es hilft jedoch nicht, einfach die gegenseitige Unterst&#252;tzung zu stoppen, weil damit auch der Dialog zu Ende w&#228;re. Eine St&#228;rkung der internationalen &#220;berwachungssysteme von &lt;span class="caps"&gt;NVV&lt;/span&gt; und &lt;span class="caps"&gt;CTBT&lt;/span&gt; ist der richtige Weg, um Transparenz ins System zu bringen. Es ist durchaus denkbar, die &#220;berwachung so zu steigern, dass ein heimlicher Bau und erst recht der Test von Kernwaffen k&#252;nftig nicht mehr m&#246;glich sein wird. Es ist auf jeden Fall besser und billiger, &#220;berwachungsregime zu verbessern und neue Methoden daf&#252;r zu entwickeln als weiterhin Kernwaffen zu bauen und einsatzbereit zu halten.&lt;/p&gt;</content>
  <created-at type="datetime">2009-11-27T13:35:33Z</created-at>
  <excerpt>Der Atomwaffensperrvertrag von 1968 verhinderte lange einen Missbrauch der Nukleartechnik. Dabei sind seine Ziele noch lange nicht erreicht.</excerpt>
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  <title>Wozu der Atomwaffensperrvertrag einen Beitrag leistet</title>
  <updated-at type="datetime">2009-11-29T04:20:41Z</updated-at>
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