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  <claim>Nur Mut, alte Tante</claim>
  <content>&lt;p&gt;Das Wahlergebnis f&#252;r die &lt;span class="caps"&gt;SPD&lt;/span&gt; ist schockierend. Mehr noch als die vorherigen Umfragen, welche aber angeblich nicht z&#228;hlen. Richtig, denn die erhoffte Aufholjagd nach dem durchaus positiven TV-Duell gegen Bundeskanzlerin Merkel kam zwar teilweise, aber nur in den Umfragen.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Die Rufe nach Konsequenzen wurden schnell laut&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Eine &#214;ffnung gegen&#252;ber der Linkspartei, personelle Ver&#228;nderungen am Kopf der alten Tante &lt;span class="caps"&gt;SPD&lt;/span&gt; und einen eindeutigen innerparteilichen Kurswechsel nach links. Doch schon nach wenigen Stunden lie&#223;en die reflexartigen Bisse gegen die vermeintliche Schr&#246;derianer nach. Nicht nur weil vermutlich den meisten klar ist, dass es kein schnelles Wunderheilmittel gibt. Schon gar nicht in der ausged&#252;nnten Personaldecke. Und auch programmatisch wird man sich nicht gegen die Agenda 2010 mit den Folgen Hartz IV, Rente mit 67 und Afghanistaneinsatz aussprechen. Daf&#252;r wird sich Frank-Walter Steinmeier in seiner Funktion als Vorsitzender der &lt;span class="caps"&gt;SPD&lt;/span&gt;-Bundestagsfraktion einsetzen.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Auch wenn es an der Parteibasis m&#228;chtig brodelt, ist es f&#252;r die &lt;span class="caps"&gt;SPD&lt;/span&gt; wichtig, sich gerade jetzt nicht innerlich zu zerrei&#223;en. Denn diese hat in den letzten Jahren vor allem eins falsch gemacht: Zu wenig Selbstvertrauen gezeigt.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Trotz aller schmerzlichen, unpopul&#228;ren, aber notwendigen Reformen hat die Sozialdemokratie in den letzten zehn Jahren beachtliche Erfolge verbucht. Die rot-gr&#252;ne Koalition hatte die undankbare Aufgabe, eine Notbremse zu ziehen, indem Einschnitte am Sozialstaat beschlossen wurden, aber gleichzeitig den Spagat zu den Grundwerten der Sozialdemokratie zu schaffen. Man h&#228;tte es vielleicht besser machen k&#246;nnen und f&#252;r die Basis war das &amp;#8220;Basta&amp;#8221; oft nicht leicht, aber man h&#228;tte es auch weit schlechter machen k&#246;nnen. In wichtigen Punkten wurden gute und richtige Entscheidungen getroffen: Der wohl bald begrabene Atomausstieg, das Nein zum Irakkrieg und in j&#252;ngster Zeit auch die Ausweitung der Kurzarbeit, um zumindest einen deutlichen Fall nach unten in der Wirtschaftskrise zu verhindern.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Die &lt;span class="caps"&gt;SPD&lt;/span&gt; k&#228;mpft momentan an vielen Fronten&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Die Sozialdemokratie ist nicht tot. Es ist momentan nur schwierig, wenn nicht gar unm&#246;glich, sie direkt und vor allem alleine in der &lt;span class="caps"&gt;SPD&lt;/span&gt; zu finden. Zu sehr ist die Union durch Angela Merkel und Horst Seehofer weiter in die Mitte und oft auf sozialdemokratische Positionen ger&#252;ckt. Die &lt;span class="caps"&gt;SPD&lt;/span&gt; k&#228;mpft momentan also an vielen Fronten, und der W&#228;hlerschwund liegt nicht nur an der Linkspartei, sondern es sind auch viele W&#228;hler zur &lt;span class="caps"&gt;CDU&lt;/span&gt; abgewandert. M&#246;glicherweise ist daf&#252;r auch der Wahlkampf verantwortlich, bei dem viel zu sehr versucht wurde, die Union und eine schwarz-gelbe Koalition durch Negativ-Campaigning als Teufel an die Wand zu malen. So was war und ist einfach Sandkasten und bringt keine W&#228;hler an die Urne.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Die Standpunkte im Wahlkampf waren die Richtigen und der Deutschland-Plan von Frank-Walter Steinmeier hatte das Potenzial, die W&#228;hler wiederzugewinnen. Doch leider wurden diese zu wenig und zu schwach kommuniziert. Stattdessen wurden online viele Unterschriften gesammelt und viel Bashing auf den politischen Gegner betrieben. Dabei musste nach allen Seiten, sowohl links wie auch rechts, geschlagen werden, sodass viel Zeit und Potenzial daf&#252;r verschwendet wurde, den Gegner ins Rampenlicht zu schieben, statt die eigenen Standpunkte zu bewerben.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Die &lt;span class="caps"&gt;SPD&lt;/span&gt; muss endlich wieder ihr Selbstbewusstsein offen zur Schau tragen und vor allem die sozialdemokratischen Positionen deutlich besetzen. Dann werden vielleicht nicht nur die Umfragen, sondern auch die Wahlergebnisse besser.&lt;/p&gt;</content>
  <created-at type="datetime">2009-10-20T19:37:42Z</created-at>
  <excerpt>Der SPD fehlt es an Selbstvertrauen. Im Kampf gegen die zur Mitte ger&#252;ckte Union, die Linkspartei und nicht zuletzt sich selbst droht sie sich aufzureiben. Es wird Zeit, dass die Sozialdemokraten sich wieder auf ihre St&#228;rken besinnen.</excerpt>
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  <published-at type="datetime">2009-10-20T13:37:00+02:00</published-at>
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  <title>Die neue SPD</title>
  <updated-at type="datetime">2010-02-23T16:41:39Z</updated-at>
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